Ortsverband Potsdam

Atemwegserkrankungen

Gründungsmotto

Das Gründungsmotto „Hilfe zur Selbsthilfe“

Im Winter 1985 trafen sich in Essen in der  Ruhrlandklinik einige Patienten mit einer schweren chronischen Atemwegserkrankung.

Das Gründungsmotto „Hilfe zur Selbsthilfe“ leisten zu wollen, ist deshalb heute noch genauso aktuell wie vor 25 Jahren. Das gilt auch für die Erkenntnis „Selbsthilfe schafft Lebensqualität“, die die Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. seit einigen Jahren nicht nur auf ihre Internetseite, sondern auf ihr gesamtes Informationsmaterial schreibt.

Alle Erfahrungen zeigen, dass der persönliche Umgang mit einer chronischen Atemwegserkrankung, insbesondere mit einer schweren COPD, nur gelingen kann, wenn der Betroffene bereit ist, sich das dafür notwendige Wissen zu beschaffen. Er muss - geführt von seinem Arzt - zum Mit-Manager seiner Erkrankung werden. Die Informationen, die man dazu braucht, sind in vielfältiger Weise verfügbar; sie müssen nur genutzt werden.

Unsere von vielen ehrenamtlichen Helfern, denen der Vorstand der Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. ein großes Dankeschön für ihre z.T. jahrzehntelange Tätigkeit sagt, betreuten  Ortsverbände bieten durchweg nicht nur zahlreiche Infor­mationsveranstaltungen an, sondern häufig auch Atemübungen und regelmäßige soziale Begegnungen. Wenn wir keinen Ortsverband in Ihrer Nähe haben, werden Sie doch selbst tätig! Wir helfen Ihnen, einen Ortsverband oder einen Stützpunkt aufzubauen. Wir freuen uns auf Ihren Anruf unter 06133/3543.

 Die Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. ist vor einigen Jahren mit der 2001 gegründeten Selbsthilfegruppe Lungenemphysem – COPD Deutschland eine Kooperation eingegangen, diese wirkt nach Innen und nach Außen. Sie wird besonders sichtbar:

  •  in der Zusammenlegung der jeweiligen örtlichen Selbsthilfegruppen in einem gemeinsamen, an der Postleitzahl orientierten Suchverzeichnis
  •  in dem wechselseitigen Hinweis auf die jeweils andere Patientenorganisation in zahlreichen Broschüren und anderem Informationsmaterial
  • bei der bundesweit einmaligen Informationsveranstaltung „Symposium Lunge“, das am 7. Mai 2011 zum vierten Mal in Hattingen/NRW stattfindet (s. dazu den Beitrag auf Seite ...). Die Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V. gehört von Anfang an zu dem Kreis der Veranstalter.
  • bei der Verteilung der „Luftpost“ an die COPD- und Asthmapatienten in den örtlichen Gruppen und in deren Umfeld.

Ein wesentliches Ziel unserer Arbeit in den letzten Jahren bestand darin, häufige Probleme von Patienten, insbesondere mit einer schweren COPD, aus ihrem Schattendasein herauszuholen und sie in das Bewusstsein aller Betroffenen und der sie behandelnden Ärzte zu bringen. Dies geschah über Beiträge in der „Luftpost“, über unsere Internetseite, über Arbeitskreis während des „Symposium Lunge“ sowie über Informationsveranstaltungen in den Ortsverbänden.

Im Einzelnen ging es um folgende Themenkreise:

  • COPD-Patienten und ihre Angehörigen oder Partner

Eine schwere chronisch Erkrankung hat erhebliche Auswirkungen auf alle, wirklich alle z. T sehr persönlichen Bereiche einer partnerschaftlichen Beziehung.

  • COPD und Frauen

Die COPD ist nicht – wie in der öffentlichen Wahrnehmung vermutet – eine „Männerkrankheit“; sie betrifft vielmehr Frauen in noch stärkerem Masse als Männer. Dies gilt für die Schwere und den Verlauf der Erkrankung. In den USA

sterben z. B. mehr Frauen an einer COPD als Männer.

  • COPD und Depression und Angst

Seelische Beschwerden und psychische Erkrankungen sind bei COPD-Patienten weit verbreitet; sie beeinträchtigen in ganz erheblichem Masse die Lebensqualität. Ärztliche Hilfe ist zwar dringend erforderlich, aber sie wird – aus welchen Gründen auch immer – viel zu selten regelmässig und nachhaltig gewährt.

Nach 25 Jahren erfolgreicher Arbeit zum Wohle von COPD- und Asthmapatienten ist unsere wichtigste Botschaft an alle Betroffenen: Für Nichtwissen im Umgang mit einer COPD oder einem Asthma gibt es eigentlich keine Entschuldigung. Zehntausende von Patienten haben ihr Schicksal schon selbst in die Hand genommen, indem sie sich selbst zum informierten Patienten gemacht haben.

Keiner hat es je bereut, denn sie haben es persönlich erlebt: „Selbsthilfe schafft Lebensqualität!“

 

Dr. rer. pol. Helmut Berck
Patientenliga Atemwegserkrankungen e.V.

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